Weimar liegt im Freistaat Thüringen und hat über 65 000 Einwohner: Die Stadt ist weltweit bekannt durch ihr kulturelles und gesellschaftliches Erbe. Zum kulturellen Erbe zählen viele Werke der Weimarer Klassik um die Dichter Goethe, Schiller, Wieland und Herder sowie auf dem Sektor der bildenden Kunst und der Architektur das Bauhaus. Der Fluss Ilm durchfließt die Stadt, die in eine sanfte Hügellandschaft eingebettet ist, in einem weiten Bogen.
Weimar erlebte sein „Goldenes Zeitalter“ Ausgang des 18. Jahrhunderts und zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Unter der Regentschaft von Anna Amalia als Herzogin und ihres Sohnes Carl August als Herzog zog es viele Literaten in die Stadt. Der Herzog war bereit, den an seinem Hof beschäftigten Künstlern viele Freiheiten einzuräumen und das umzusetzen, woran diese glaubten. Das zog die fähigsten Köpfe aus allen Gegenden Deutschlands nach Weimar. Neben den bereits erwähnten Dichtern Goethe, Schiller, Wieland und Herder waren das unter anderen die Komponisten Franz Liszt und Richard Wagner.
Politische Bedeutung erlangte die Stadt nach dem 1. Weltkrieg. Als nach der Novemberrevolution im Herbst des Jahres 1918 die Republik ausgerufen wurde konstituierte, sich wenig später die Nationalversammlung und verabschiedete im Sommer des Jahres 1919 die Weimarer Verfassung. In den ersten vier Jahren hatte die Weimarer Republik mit den Folgen des Krieges und einer grassierenden Inflation zu kämpfen. Umsturzversuche und politische Morde vergifteten das politische Klima. Mitte bis Ende der 20 er Jahre waren von einer relativen Stabilität gekennzeichnet. Die einsetzende wirtschaftliche Erholung und zunehmende außenpolitische Anerkennung ließen die Hoffnung aufkeimen, die junge Republik könne sich konsolidieren. Mit der Weltwirtschaftskrise, die Ende des Jahres 1929 auch Deutschland ergriff, begann allerdings der Aufstieg der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP). Dies gipfelte in der Machtergreifung von Adolf Hitler, der das Deutsche Reich in den Untergang führte. Die Epoche der Weimarer Republik war die erste wirklich demokratische Periode in der deutschen Geschichte. Das Staatswesen wies aber viele Schwächen auf, so dass die Republik den extremistischen Kräften letztlich nicht gewachsen war.